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08.06.2017

Berliner Mietspiegel 2017: Mieten steigen sprunghaft

Wegen Mietpreisbremse: Berliner Mieten steigen sprunghaft

Der Berliner Mietspiegel wird alle zwei Jahre durch eine Arbeitsgruppe unter Vorsitz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen erstellt und gilt nach Angaben der Senatsverwaltung für knapp 1,4 Millionen Wohnungen in Berlin.

Im neuen Mietspiegel 2017 stiegen die abgebildeten Mieten gegenüber dem letzten Berliner Mietspiegel 2015 um 9,4 %, bzw. rund 0,55 €/m² Wohnfläche. Die gewichtete Durchschnittsmiete liegt bei monatlich 6,39 €/m² Wohnfläche nettokalt im Vergleich zum Mietspiegel 2015 mit monatlich 5,84 €/m².

Mieten für Berliner Altbauten steigen im Mittel um 15 %

Für die Bewohner der etwa 470 000 Mietwohnungen (www.zensus2011.de) in Berliner Altbauten bis zum Baujahr 1918 liegen die Erhöhungen allerdings weit über dem gewichteten Durchschnittswert. Laut Mietspiegel 2017 verteuerten sich besonders die kleinen Wohnungen zum Mietspiegel 2015 je nach Wohnlage um 11,6 % bis 44,3 %. In mittleren Wohnlagen liegen die Erhöhungen zwischen 11,6 % und 16,4 %. Ein wenig freuen können sich Mieter großer Wohnungen in einfachen Wohnlagen: Im Mietspiegelfeld J 1 liegt die Erhöhung bei 5,3 %.

Obere Spannenwerte um bis zu 81,4 % gestiegen

Neben den Mittelwerten enthält der Berliner Mietspiegel obere Spannenwerte als obere Grenze der ortsüblichen Vergleichsmiete. Die oberen Spannenwerte sind im Mietspiegel 2017 teilweise drastisch gestiegen. Dafür wurde auf die Ermittlung von Zuschlägen für Sondermerkmale verzichtet. Für einzelne Altbauwohnungen mag der Wegfall der Sondermerkmale relevant sein. So lag die ortsübliche Vergleichsmiete einer Altbauwohnung (Mietspiegel 2015, Mietspiegelfeld J 1) mit Aufzug, moderner Einbauküche, hochwertigem Parkett, modernem Bad, separater Dusche und Isolierglasfenstern bei maximal 10,00 €/m² nettokalt. Mit dem Mietspiegel 2017 liegt diese nun bei max. 8,41 €/m².

Allerdings dürfte für die durchschnittliche Berliner Altbauwohnung etwas Anderes zutreffen: Es sind nicht alle Sondermerkmale erfüllt, bestenfalls einzelne und diese Merkmale schlagen sich nun in den wohnwerterhöhenden Merkmalen der jeweiligen Merkmalgruppen nieder, so dass bei der Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete in einem zeitgemäßen Ausstattungsstandard in der Regel nicht der Mittelwert, sondern der obere Spannenwert relevant sein dürfte. In der folgenden Tabelle werden deshalb die oberen Spannenwerte der beiden Mietspiegel an zwei Beispielen verglichen. Im Mietspiegelfeld J 1 liegt die Erhöhung des oberen Spannenwertes bei 13,3 %. Der Spitzenwert liegt im Mietspiegelfeld C 1 mit einer Erhöhung um 81,4 %.

Das hat Einfluss auf die Wirkung der Mietpreisbremse in Berlin. Darauf weist mietfair.de hin, ein auf die Mietpreisbremse für den Berliner Wohnungsmarkt spezialisierter Rechtsdienstleister.